Ansässigkeitsbestätigung für Remote Worker: was du wissen solltest
Wer während einer Workation oder als digitaler Nomade zeitweise im Ausland arbeitet, stößt früher oder später auf den Begriff Ansässigkeitsbestätigung. Hier erklären wir, worum es geht und worauf du achten solltest.
- Bestätigt deinen steuerlichen Wohnsitz gegenüber Behörden, Banken oder Auftraggebern
- Wird meist bei längeren oder wiederholten Auslandsaufenthalten relevant
- Ausgestellt vom zuständigen Finanzamt, nicht vom Einwohnermeldeamt
- Orientiert sich häufig an der sogenannten 183-Tage-Regel
Was ist eine Ansässigkeitsbestätigung?
Die Ansässigkeitsbestätigung, teils auch Wohnsitzbescheinigung genannt, bestätigt von deinem zuständigen Finanzamt, in welchem Land du steuerlich ansässig bist. Sie wird häufig gebraucht, um im Ausland von einem niedrigeren Steuersatz auf Basis eines Doppelbesteuerungsabkommens zu profitieren, oder um gegenüber Behörden oder Auftraggebern deinen steuerlichen Wohnsitz nachzuweisen.
Wann Remote Worker sie brauchen
Wenn du während einer Workation über mehrere Wochen im Ausland arbeitest, für ein Unternehmen im Ausland tätig wirst oder als digitaler Nomade zwischen mehreren Ländern wechselst, kann ein Auftraggeber, eine Bank oder eine ausländische Behörde eine Ansässigkeitsbestätigung verlangen. Sie ist außerdem relevant, wenn du prüfen willst, ob längere Auslandsaufenthalte deinen steuerlichen Wohnsitz verschieben.
Wie du an die Bestätigung kommst
In Deutschland stellt dein zuständiges Finanzamt die Ansässigkeitsbestätigung auf Antrag aus, meist auf einem amtlichen Vordruck, teils länderspezifisch je nach Doppelbesteuerungsabkommen. Für die Beantragung brauchst du in der Regel deine Steuernummer und einen Nachweis, wo du dich tatsächlich überwiegend aufhältst.
Warum die 183-Tage-Regel wichtig ist
Viele Länder orientieren sich an der sogenannten 183-Tage-Regel: Wer sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als 183 Tage in einem Land aufhält, gilt dort häufig als steuerlich ansässig. Bei Workations über mehrere Länder lohnt es sich deshalb, die eigenen Aufenthaltstage im Blick zu behalten.
So unterstützt dich anywhr
Im anywhr-Account kannst du deine Aufenthalte pro Land nachhalten. Das hilft dir, die 183-Tage-Regel und ähnliche Fristen im Blick zu behalten, bevor du bei deinem Finanzamt oder deiner Steuerberatung eine Ansässigkeitsbestätigung beantragst.
Häufige Fragen
Nein. Die Meldebescheinigung bestätigt nur deine Anmeldung bei der Einwohnermeldebehörde, die Ansässigkeitsbestätigung bezieht sich auf deinen steuerlichen Wohnsitz und wird vom Finanzamt ausgestellt.
In der Regel nicht. Relevant wird das Thema meist erst bei längeren oder wiederholten Auslandsaufenthalten, die zusammengerechnet mehrere Monate im Jahr ausmachen.
Nein, die genaue Ausgestaltung unterscheidet sich je nach Land und Doppelbesteuerungsabkommen. Prüfe die Regelung für dein konkretes Zielland am besten direkt mit einer Steuerberatung.